Das Terrarium

Die Grösse des Terrariums

In der Schweiz schreibt die Tierschutzverordnung die Terrariengrösse wie folgt vor. Für zwei Tiere muss die Grundfläche mindestens 6x6 der Kopfrumpflänge des grössten Geckos entsprechen. Für jedes weitere Tier muss 2x2 dazugerechnet werden. Die Kopfrumpflänge wird von der Nasenspitze bis zur Kloake bzw. Schwanzansatz gemessen. Ein ausgewachsener Leopardgecko hat ca. eine KRL von 14cm. Dies entspräche einer Grundfläche von 84x84cm. Da diese Terrariengrösse eher unpraktisch und nirgends erhältlich ist, kann man einfach die Quadratmeter ausrechnen die in diesem Fall 0.7qm beträgt. Das entspricht ca. einer Terrariengrösse von 120x60cm. Für jedes weitere Tier müssen 0,08qm dazugerechnet werden. Für

3 Tiere also 130x60cm, für 4 Tiere 150x60cm und für 5 Tiere 120x80cm. Die Höhe sollte mindestens 40cm sein aber nicht höher als 80cm wegen der Absturz- und Verletzungsgefahr. Im Handel finden Sie die üblichen Terrariengrössen von 120x60x60cm, 120x80x60cm, 150x60x60cm.

Das Material

Ob Holzterrarium oder Glasterrarium ist alleine Ihnen überlassen. Natürlich gibt es bei beiden Varianten Vor- und Nachteile.

Ein Glasterrarium kann man immer gründlich reinigen, selbst wenn kranke Tiere darin gewohnt haben. Für mich persönlich ist das aber auch schon der einzige positive Grund der für ein Glasterrarium spricht. Meiner Meinung nach hat ein Holzterrarium viel mehr Vorteile. Einerseits ist es wärmeisolierend, die Temperatur fällt also nicht sofort ab wenn die Lampen ausgeschalten sind und man braucht auch weniger Watt-Leistung und das Terrarium auf die benötigte Temperatur zu bringen. Ausserdem kann problemlos eine Rückwand nach allen Seiten reingebaut werden ohne dass es von aussen blöd aussieht und man kann beliebig viele Äste und Lampenfassungen an jeder beliebigen Stelle anbringen. Ausserdem haben die Tiere einen Sichtschutz und können nur von der Front beobachtet werden was ihnen ein grösseres Sicherheitsgefühl gibt. Natürlich kann man auch ein Glasterrarium von aussen mit Folie bekleben und so einen Sichtschutz gewährleisten. So kann der Innenraum weiterhin gut gereinigt werden. Allerdings sind Glasterrarien sehr schwer und können auch leicht zerbrechen. Holzterrarien können mit wenig handwerklichem Geschick auch selbst in jeder beliebigen Grösse gebaut werden.

Wie Sie sehen ist es alleine Ihnen überlassen was Sie praktischer und optisch schöner finden, den Geckos ist es absolut egal ob Holz oder Glas. Achten Sie beim Kauf des Terrariums darauf dass die Lüftungsflächen auf zwei gegenüberliegenden Seiten oben und unten angebracht sind. Bei einer reinen Frontbelüftung entsteh kein Kamineffekt und ein guter Luftaustausch ist nicht gewährleistet. Glasterrarien haben oft an der Front unten einen Lüftungssteg und hinten oben an der Decke einen breiten Lüftungsstreifen. Bei Holzterrarien findet man oft eine Seitenbelüftung z.B. linke Wand unten und rechte Wand oben. Falls Sie ein Holzterrarium mit reiner Frontbelüftung erworben haben sollten Sie an der Rückwand oben selbst Lüftungsflächen anbringen. Am einfachsten ist es ein Loch raus zu sägen und diese mit Abflusssieben vom Baumarkt abzudecken. 

Die Rückwand

Eine Rückwand aus Styropor und Fliesenkleber ist sehr schnell und einfach selbst gebaut. Fertige Wände sind oft entweder nicht mit ausreichend oder gar keinen Ablageflächen ausgerüstet oder kosten in der Spezialanfertigung extrem viel. Es ist wirklich nicht schwierig ein paar Ecken aus dem Styropor auszuschneiden, an die Wand zu kleben und mit einem Pinsel und Fliesenkleber zu bestreichen. Wie schön es dann aussieht ist tatsächlich vom Geschick des Handwerkers abhängig, den Geckos ist es aber absolut egal wie es aussieht solange es funktionell ist. Deshalb rate ich Ihnen eine Rückwand in Ihr Terrarium einzubauen, es erweitert den Aktionsradius der Geckos extrem. Leopardgeckos lieben es zu klettern und dösen auch sehr oft auf den Ablageflächen. Da die Rückwand sehr gerne als Klo benutzt wird sollten Sie am Ende alles 2-3 Mal mit Klarlack seidenmatt bestreichen. So können sie die Rückwand ganz bequem feucht abwischen und desinfizieren.

 

Es gibt etliche Bauanleitungen im Internet zum Bau einer Rückwand. Hier schnell eine Kurzbeschreibung. Das Terrarium mit 1-2cm dicken Styroporplatten von innen bekleben. Verschieden grosse Stücke aus einer 3-4cm dicken Styroporplatte ausschneiden und zu Ablagen formen. Diese mit Heisskleber in beliebiger Reihenfolge an die Rückwand kleben. Die Geckos sollten natürlich von der einen Plattform auf die andere Plattform klettern können. Gerade die Wand rauf wird schwierig. Dann die ganze Wand 3-4 Mal mit Fliesenkleber bestreichen. Entweder unter die letzte Schicht Fliesenkleber eine Tube Abtönfarbe in beliebiger Farbe untermischen (Terracotta Farbe wird dann eher sandfarben) oder mit einem Graniteffektspray alles besprühen. Zum Schluss 2-3 Mal mit Klarlack seidenmatt bestreichen. Und das war schon der ganze Zauber eines Rückwandbaus.

 

Falls Sie aus irgendwelchen Gründen auf eine Rückwand verzichten möchten empfehle ich Ihnen ein paar grosse Wurzeln ins Terrarium zu stellen und Steine aufeinander zu stapeln. Die Steine sollten aber absolut standfest sein und dürfen nicht umfallen oder untergraben werden! Steine also immer direkt auf den Boden stellen, nie auf den Bodengrund. So können die Geckos trotzdem auf den Wurzeln und Steinen herumklettern.